Wie lässt sich ein bestehender Hallenbereich realitätsnah digitalisieren, um Layouts und Arbeitsplatzkonzepte virtuell zu prüfen?
Vor dieser Aufgabe stand Schmitz Cargobull, als bestehende Produktionsflächen und Montagebereiche in der Halle effizient umgeplant werden sollten – mit hoher Variantenvielfalt und steigendem Anpassungsdruck.
Mit Halocline Professional und dem Punktwolken Add-On gelang es, Scans der Produktionshalle zu nutzen, um den Ist-Stand virtuell nachzubilden, Layoutvarianten zu erstellen und bereits in frühen Planungsphasen Änderungen realitätsnah zu prüfen.
Schmitz Cargobull hat für die Sattelauflieger-Montageline entsprechend große Werkshallen. In diese sollten nun neue Montagelinien und Arbeitsplatzkonzepte integriert werden. Der bestehende Bereich war komplex, mit Maschinen, Materialbeständen und Arbeitsbühnen. Herkömmliche Methoden, wie 2D-Pläne und statische Zeichnungen, reichten nicht mehr aus, um ein exaktes Bild zu bekommen oder Varianten zu planen. Es war klar: Der Ist-Stand musste möglichst präzise in das Planungstool überführt werden, damit spätere Layoutentscheidungen auf verlässlicher Grundlage getroffen werden konnten..
Vorgehensweise
Schritt 1: Punktwolke erstellen
Bevor eine präzise virtuelle Nachbildung erfolgen kann, wurde der Ist-Zustand mithilfe einer Punktwolke dokumentiert. Diese Aufnahme bildet die Basis für alle weiteren Planungsschritte in Halocline.
Schmitz Cargobull nutzte ein iPhone mit LiDAR-Scanner, um die Halle in mehreren Abschnitten zu scannen. Dabei wurde jeder Bereich vorbereitet (frei von Personen, gut belichtet).
Durch diese Schritte entstand eine Punktwolke, die den realen Hallenbereich vollständig abbildet und als digitale Planungsgrundlage dient.
→ Mehr im Workflow: Punktwolken mit iPhone & iPad erstellen
Schritt 2: Import und Platzierung der Punktwolke in Halocline Layout
Im nächsten Schritt wurde die Punktwolke in Halocline importiert. So konnte das Team die reale Umgebung direkt in der Software darstellen und dort alle Planungsentscheidungen im räumlichen Kontext treffen.
- Die vorbereitete Punktwolke wurde im Layout-Tab über den Import-Button als .pts-Datei importiert. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Punktwolke nicht zu groß ist (mehrere Abschnitte, wenn nötig), um Performanceprobleme zu vermeiden.
- Nach dem Import startete das Team in die Desktop Layoutplanung. Dort wählte es im Menü die 3D-Vorlagen aus und platzierte die Punktwolken.
- Position und Ausrichtung wurden mit dem Anpassen-Werkzeug und Gizmos präzise justiert. Auch das Winkel-Raster (z. B. 1°) wurde genutzt, um exakte Ausrichtungen sicherzustellen.
- Das Mess-Werkzeug diente zur Überprüfung der Maße.
Dadurch war der reale Hallenbereich 1:1 in Halocline sichtbar, was eine präzise und nachvollziehbare Grundlage für die anschließende Layoutplanung schuf.
→ Mehr im Workflow: Punktwolken als 3D-Vorlage
Schritt 3: Nachbauen und Layoutvarianten erstellen
Nun diente die importierte Punktwolke als visuelle und geometrische Vorlage für den digitalen Nachbau der des IST-Standes. So konnten Betriebsmittel exakt an der Vorlage ausgerichtet werden.
- Auf Basis der Punktwolke wurden vorhandene Objekte wie Maschinen oder Regale mit Objekten aus der Bibliothek nachgebildet. Diese Standardobjekte wurden eingefügt und mit dem Anpassen-Werkzeug an die Geometrien der Punktwolke ausgerichtet.
- Für individuelle oder unregelmäßige Formen wurde das Box-Erstellen-Werkzeug genutzt, um die Objekte nachzubilden. Ergänzende Fotos oder Notizen halfen bei der weiteren Detailplanung.
- Anschließend wurden verschiedene Layoutvarianten aufgebaut – neue Anordnungen von Arbeitsplätzen, Arbeitsbühnen und Materialbereichen, die direkt mit dem Punktwolken-Ist-Stand verglichen werden konnten.
Dadurch konnte Schmitz Cargobull bereits in der Konzeptionierung bestmöglich bewerten, wie neue Aufbauten im bestehenden Hallenraum wirken.
→ Mehr im Workflow: Layoutplanung – Arbeitsabläufe effizient gestalten
Schritt 4: Prüfen in VR, Feinjustierung und Vergleich
Zum Abschluss wurde der virtuelle Hallenaufbau in VR überprüft. Dadurch konnten alle Beteiligten das Layout realitätsnah erleben und sofort erkennen, wo Anpassungen notwendig waren.
- Für das Begehen der Varianten wurde die VR verwendet, um in den verschiedenen Layouts Abstände, Zugänglichkeiten und Sichtlinien zu überprüfen.
- Stakeholder aus Industrial Engineering, Produktion und Management wurden aktiv eingebunden, um direkt in der VR Rückmeldungen zu geben. So flossen Erfahrungswerte aus der Praxis in die Planung ein.
- Varianten wurden anschließend angepasst: Objekte verschoben, Wege verbreitert, Betriebsmittel neu positioniert – stets im Abgleich mit der realen Punktwolke als Referenz.
Damit gelang eine enge Verzahnung von virtueller und praktischer Planung – ohne Medienbrüche und mit hoher Genauigkeit.
→ Mehr im Workflow: Layoutplanung – Arbeitsabläufe effizient gestalten
Ergebnisse & Mehrwerte für Schmitz Cargobull
Mit dem Einsatz des Punktwolken Add-Ons zusammen mit Halocline Professional konnte Schmitz Cargobull:
- Den Ist-Stand realitätsnah abbilden, basierend auf echten Scans statt Schätzungen
- Layoutvarianten vergleichen, ohne Prototypen
- Planungssicherheit gewinnen, weil Änderungen im Kontext sichtbar sind
- Zeit sparen, da Prüfungen und Varianten früh virtuell möglich sind
- Mitarbeitende aktiv einbinden und deren Feedback unmittelbar umsetzen
Fazit
Der Anwendungsfall von Schmitz Cargobull zeigt, wie Halocline Professional mit dem Punktwolken Add-On den Übergang zur digitalen, realitätsnahen Fabrikplanung und Arbeitsgestaltung ermöglicht.
Scans werden zur echten Basis: Layoutentscheidungen entstehen im Kontext der realen Umgebung, Varianten werden früh validiert, und die Planung wird schneller, sicherer und nachvollziehbarer – ein entscheidender Schritt hin zur digitalen Fabrikplanung.