Wie lässt sich eine komplette Produktionshalle planen, wenn es noch keine bestehenden Daten, Pläne oder Modelle gibt?
Vor dieser Herausforderung stand Witzenmann, als das Unternehmen den Neubau seines Stammwerks in Pforzheim plante – ein 23.700 m² großes Leitwerk, das als Smart Factory die Zukunft der Produktion des Unternehmens prägt.
Statt auf analoge Cardboard-Workshops oder 2D-Zeichnungen zu setzen, entschied sich Witzenmann früh für die digitale Planung mit Halocline Professional. Damit konnten alle Hallenlayouts, Maschinenzonen und Arbeitsplätze vollständig virtuell aufgebaut, getestet und optimiert werden – noch bevor die erste reale Wand stand. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie digitale Planung von Grund auf funktioniert – mit realitätsnahen Ergebnissen, effizienter Zusammenarbeit und hoher Akzeptanz im Team.
Die Dimension und Komplexität des Neubaus machten klar: klassische Planungstools reichen nicht aus.
Ziel war es, auf der „grünen Wiese“ ein komplettes Produktionssystem digital zu entwickeln – ohne bestehende Layoutdaten oder 2D-Grundrisse.
Witzenmann wollte:
- verschiedene Layoutideen direkt im 3D-Raum prüfen,
- Mitarbeitende aktiv in den Planungsprozess einbeziehen,
- ergonomische und logistische Aspekte frühzeitig bewerten,
- und das neue Werk langfristig digital dokumentieren.
Vorgehensweise
Schritt 1: Fläche anlegen und Layoutgrundlage erstellen
Um effizient zu starten, legte das Team ein neues Projekt in Halocline an und definierte die Hallenfläche direkt im Desktop-Layout. Mit der Raster- und Kameraansicht konnte die Fläche präzise strukturiert werden.
Wichtige Schritte:
- neue Projektfläche anlegen und Maße der Halle definieren,
- Raster aktivieren, um Orientierung und Proportionen zu sichern,
- Grundobjekte aus der Bibliothek (z. B. Maschinen, Regale, Zonen) platzieren,
- Objekte skalieren und benennen, um die Basisstruktur zu schaffen,
- erste Layoutidee als Ausgangsvariante speichern.
→ Mehr im Workflow: Von Grob zu Fein – Von Desktop zu VR
Schritt 2: Hallenstruktur und Produktionszonen definieren
Im nächsten Schritt wurde das Werkslayout weiter strukturiert. Mit der 2D-Ansicht konnten Materialfluss, Produktionslinien und Verkehrswege systematisch angeordnet werden. Über die Ansichten- und Kameraeinstellungen wechselte das Team zwischen Draufsicht, Schrägansicht und Perspektive, um das räumliche Verständnis zu behalten.
Wichtige Schritte:
- 2D-Ansicht aktivieren und Flächen mit Gitterführung strukturieren,
- Produktions-, Logistik- und Montagezonen farblich kennzeichnen,
- Arbeitsbereiche logisch trennen und Wegeführungen festlegen,
- Sicherheitsabstände und Bewegungsflächen berücksichtigen,
- Layout speichern, um Versionen sauber trennen zu können.
→ Mehr im Workflow: Von Grob zu Fein – Von Desktop zu VR
Schritt 3: Varianten anlegen – unterschiedliche Layoutideen vergleichen
Da bei einem Neubau viele Optionen offenstehen, nutzte Witzenmann die Möglichkeit, mehrere Varianten direkt in Halocline zu erstellen und zu bewerten. So konnten unterschiedliche Maschinenanordnungen, Materialflüsse und Arbeitsplatzcluster im direkten Vergleich getestet werden.
Wichtige Schritte:
- bestehendes Layout duplizieren, um eine neue Variante zu erzeugen,
- Änderungen gezielt vornehmen (z. B. andere Wegeführungen oder Maschinenreihenfolge),
- Varianten getrennt speichern und benennen,
- mithilfe der Vergleichsfunktion Unterschiede gezielt prüfen,
- Varianten anschließend in VR öffnen und direkt begehen.
→ Mehr im Workflow: Layoutplanung
Schritt 4: Fabriklayout in 3D prüfen und optimieren
Nachdem die Varianten erstellt und bewertet waren, wechselte Witzenmann in die 3D-/VR-Ansicht, um das Layout realitätsnah zu prüfen. In dieser Phase konnten Mitarbeitende und Planer die geplante Halle in Originalgröße erleben, Arbeitsabstände und Sichtfelder testen und direkt Feedback geben.
Wichtige Schritte:
- 3D-Ansicht aktivieren und in den Raum eintreten
- Bewegungsfreiheit, Erreichbarkeiten und Laufwege prüfen
- Engpässe und Optimierungspotenziale erkennen
- Anpassungen direkt im Modell vornehmen
→ Mehr im Workflow: Von Grob zu Fein – Von Desktop zu VR
Ergebnisse und Mehrwerte
Mit Halocline Professional konnte Witzenmann:
- die komplette Halle digital aufbauen, ohne bestehende Planungsdaten,
- mehrere Layoutvarianten parallel entwickeln und bewerten,
- Mitarbeitende aktiv einbinden und ergonomische Faktoren früh prüfen,
- den Materialfluss optimieren und Engpässe schon im virtuellen Modell vermeiden,
- den Planungsprozess beschleunigen und Entscheidungsphasen verkürzen.
Das Ergebnis ist ein vollständiges, digitales Werkslayout, das als Referenz für alle weiteren Planungsphasen dient – und die Basis für den realen Aufbau des neuen Stammwerks bildet.
Fazit
Der Fall Witzenmann zeigt, wie sich mit Halocline Professional selbst eine vollständig neue Halle digital planen lässt – ohne 2D-Grundrisse, CAD-Modelle oder physische Modelle. Die Kombination aus Desktop-Layout, 2D-/3D-Ansichten, Variantenmanagement und VR-Erlebnis ermöglicht eine durchgängige, nachvollziehbare Planung von Grund auf. Mit Halocline Professional wird aus einer Idee eine erlebbare, digitale Fabrik – lange bevor sie Realität wird.